18Dezember

Zahlenland

matheblogger Mathematik-Theorie

Das Zahlenland wurde von Gerhard Preiß entworfen. Die mathematische Frühförderung ist für Kinder ab vier Jahren konzipiert. Sie besteht aus 22 Einheiten, die einmal pro Woche eine bis eineinhalb Stunden in altersgemischten Gruppen von 12-15 Kindern stattfinden sollen. Folgende Zielsetzungen werden verfolgt:

  • Zahlen von 1-10: Vertrautheit mit Eigenschaften und Anwendungen
  • Zahlenraum von 1-20: Überblick
  • Rechnen: Einfache Beispiele und Vorstellungen
  • Geometrische Formen: Ebene Figuren und Körper im Raum
  • Nachdenken und kombinieren: Lösen von Problemen
  • Mathematische Fachbegriffe und Symbole: behutsame Einführung

Die mathematischen Inhalte sollen aus Wahrnehmung und Handeln aufgebaut werden. Das Programm wird durch drei Handlungs- und Erfahrungsfelder geprägt. Dazu gehört das Zahlenhaus, in dem die Zahlen von 1-10 eine Wohnung besitzen. Die Kinder sollen die Wohnungen (Holzklötze) der Zahlen mit unterschiedlichen Gegenständen einrichten. Das zweite Feld ist der Zahlenweg, auf dem die Kinder sich den Zahlen „Schritt für Schritt“ nähern sollen. Er besteht aus großen Teppichfliesen, auf denen die Zahlen abgedruckt sind. Die Kinder sollen, während sie den Zahlenweg beschreiten, zählen. Das letzte Feld stellen die Zahlenländer dar. In jedem Zahlenland wohnt eine Zahl. In dem Land, in dem sie wohnt, treten Dinge nur so häufig auf, wie es ihrer Anzahl entspricht. Im Viererland gibt es dementsprechend alle Dinge viermal. In den Zahlenländern werden Rätsel gelöst, Lieder gesungen oder getanzt. Die Geschichten aus den Zahlenländern werden den Kindern vorgelesen.

Dieses Programm beruht nach Aussage des Flyers auf einer neurodidaktischen Fundierung. Die angegebene Literatur beschränkt sich auf eine einzige Veröffentlichung, seine eigene. Es drängt sich das Gefühl auf, dass die Förderung keine ausgeprägte theoretische Grundlage besitzt. Zudem ist das Programm nie evaluiert worden. In den Erklärungen auf der Internetpräsenz des Zahlenlandes ist nicht einmal beschrieben, in welchem Rahmen die Förderung erprobt worden ist. Es scheint die kommerzielle Seite gegenüber der wissenschaftlichen zu überwiegen. Was dem Programm jedoch zugute gehalten werden sollte, ist, dass es versucht, den Kindern einen spielerischen Zugang zur Mathematik zu vermitteln und dies mit durchaus sinnvollen Angeboten versucht (Zahlenweg, Zahlenhäuser) (vgl. Preiß 2007a, b).

Kommentar abgeben