19November

Was ist Mathematik?

matheblogger Mathematik-Theorie

Mathematik stammt vom ursprünglich griechischen Wort „mathematike“ das sich zu „mathema“ wandelte und bedeutet soviel wie „Gelerntes“ (vgl. Meyers Handlexikon 1997, S.567).
Das „Gelernte“ beschreibt eindrucksvoll, dass mathematisches Wissen nicht grundsätzlich angeboren ist, sondern zum größten Teil erlernt und verinnerlicht werden muss, ehe es angewendet werden kann. Kinder erlernen Mathematik in der Schule. Jedoch auch schon kleine Kinder sind im Alltag in der Lage, mathematische Strukturen zu erfahren, wie z. B. beim Tisch decken, beim Anziehen oder auch im Spiel mit anderen Kindern. In jeder Alltagssituation kann ein mathematisches Problem enthalten sein. Die Kinder machen Erfahrungen mit Objekten oder Prozessen und verinnerlichen diese nach und nach zu einer geistigen Tätigkeit. Ausgangspunkt der Denkprozesse ist konkretes Handeln und differenzierte Wahrnehmung. Mathematisches Wissen entwickelt im Zusammenhang mit wirklichen Problemen entwickelt, diese werden erst nach und nach zu mathematischen Problemen (vgl. Jetter 1982, 67f.). Dieser alltägliche anschauliche, aber auch der wissenschaftlich formale Charakter macht mathematisches Wissen aus. Doch genau dieser Doppelcharakter kann das Erlernen der Mathematik für manche Kinder schwierig gestalten (vgl. Wember 1996, S.16).

Mathematik ist, ebenso wie die Schriftsprache, ein Ergebnis der kulturellen Entwicklung. Sie ist eine der ältesten geisteswissenschaftlichen Disziplinen (vgl. Stern, Felbrich & Schneider 2006, S.461). Mathematik ist die Wissenschaft der Beziehungen zwischen Zeichen und Begriffen. Sie spielt eine Sonderrolle im Bereich der Wissenschaft, da sie nicht durch empirische Untersuchungen überprüfbar ist. In der heutigen Mathematik werden von Wissenschaftlern durch gedankliche Operationen mathematische Aussagen konstruiert, die erst durch einen logischen Beweis als ein mathematischer Satz anerkannt sind. Ziel ist es, abstrakte Modelle zu konstruieren, um zu einem besseren Verständnis der Objekte zu gelangen. Die Mathematik bildet somit die Basis für andere Wissenschaftsbereiche (vgl. Meyers Handlexikon 1997, S.567). Die folgende Arbeitsdefinition von Wember (1996) zeigt, welche Kennzeichen die Mathematik hat, so wie sie sich uns heute präsentiert:

Gegenstände der Mathematik können beliebige Objekte, deren Eigenschaften und Beziehungen untereinander sein. Behandelt werden vorrangig Formen, Anordnungen und Mengen sowie diesen verwandte Begriffe wie Länge, Fläche, Ordnungsprinzip, Mengenverhältnis, Proportion usw.
Ziel der Mathematik ist es, in sich schlüssige Systeme von Aussagen über diese Objekte, deren Eigenschaften und Beziehungen zu konstruieren sowie die Aussagensysteme selbst hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit zu analysieren.
Methode der Mathematik ist nicht die empirische Untersuchung der erfahrbaren Wirklichkeit, sondern die Methode der Erkenntnisgewinnung durch hypothetisch-deduktives Schließen. Ergebnisse werden durch rein logische Analyse geprüft. Mathematik ist folglich keine faktische, sondern eine formale Wissenschaft, denn sie beschäftigt sich nicht mit Fakten, sondern mit Ideen. (S.15; Hervorhebung v. Verf.)

Mathematik ist sowohl problemlösendes und abstraktes Denken, als auch eine Wissenschaft, die alltäglich genutzt wird. Die Entwicklung der Mathematik entstand aus der Notwendigkeit heraus, sich im Alltag mit Mengen der Aussaat, Zeitpunkten oder der Berechnung von Hochwasser zu beschäftigen und somit das Leben zu vereinfachen (vgl. Werner 1999, S.471). Auch heute ist diese Wissenschaft noch im Alltag relevant. Clarke und Shinn (2004) beschreiben die wirtschaftliche Entwicklung in den USA folgendermaßen:

„Proficiency in the language of mathematics is becoming an increasingly vital skill for all individuals in today’s society. [...] In this new environment, many of the fields projected to have the highest rate of growth in available jobs would be open only to individuals who are proficient in mathematics.” (S.234)

Die neuen Technologien und die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung unserer Welt fordern ein hohes Maß an mathematischem Wissen.
Es wird deutlich, dass der Wandel der Zeit die Notwendigkeit beschreibt, mathematisches Wissen zu erlernen, anzuwenden und vor allem auch …. zu verstehen.

2 Kommentare

Wayne schrieb am 19. November 2008 @ 14:12

sehr interessant!

Adam Riese schrieb am 19. Dezember 2008 @ 9:42

Ich suche vergeblich einen Beitrag über Adam Riese…

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