Die Motivation ist die Bereitschaft, Anstrengungen auf sich zu nehmen, um auf einem Gebiet erfolgreich zu sein. Sie ist das Produkt aus dem Anreiz, den die Bewältigung einer Anforderung auslöst und der Erwartung (Erfolgszuversicht) diese Anforderung bewältigen zu können. Die Komponenten sind voneinander abhängig. Die Motivation sinkt, wenn einer der Faktoren wenig stark vertreten ist. Wenn die Misserfolgserwartung immer mehr ansteigt, dann sinkt auch das Interesse, also der Annreiz. Motivationale und emotionale Variablen wirken offenbar neben dem mathematischen Vorwissen als Mediatoren (vgl. Kretschmann 2003).
Die Autoren Helmke und Weinert (1997) vermuten, dass emotionale und motivationale Variablen in vielen Untersuchungen unterschätzt wurden.

„Ein höheres Selbstkonzept ist a) mit mehr Anstrengungsintensität, b) einem hohen Maß an Anstrengungsintensität und kognitiven Engagement und c) dient als Puffer gegen aufgabenirrelevante, leistungsbehindernde Zweifel […]. Alle drei postulieren Mediationsprozesse […] üben eine von den kognitiven Eingangsvoraussetzungen unabhängigen Einfluss auf die Mathematikleistungen aus […] die Effekte der drei Faktoren zusammen sind nahezu ebenso stark wie der Einfluss des Vorkenntnisniveaus […].“ (a. a. O. S.128)

Hat sich erst eine Angst gegenüber der Mathematik entwickelt, dann kann sich dies nach neueren angloamerikanischen Untersuchungen später negativ auf die Rechenleistungen auswirken (vgl. Ashcraft & Kirk 2001). Es wurde im angloamerikanischen Bereich bereits der Begriff „mathematics anxiety“ geprägt. Es konnte gezeigt werden, dass Kinder mit hohem Angstniveau schlechtere Leistungen zeigten und dieses sich auch schlecht auf die Arbeitsgedächtnisleistungen auswirkte als bei Kindern mit geringerem Angstniveau (vgl. Kaufmann, Handl & Delazer 2005).
Das Spiel ist ein bedeutsamer Kontext für Kinder im Schulalter, um Gespräche mit den Kindern zu führen und dadurch ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte zu lenken. Die Spielaktivitäten sind eine wichtige Motivation, ein innerer Antrieb der Kinder. Durch das Spiel können neue Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden, die das Kind mit Unterstützung bewältigen kann (vgl. van Oers 2004). Ein spielerischer Zugang zur Mathematik verhindert zudem, dass sich Ängste bilden. Dies ist besonders für die Vorschulkinder ein wichtiger Punkt, da sie nicht bereits vor der Schule eine Abneigung gegen das Fach Mathematik entwickeln, sondern im Gegenteil positive Emotionen mit dem Fach verbinden sollen. Ihre Neugier auf Neues, auf mathematisches Operieren, Ausprobieren und Entdecken soll geweckt werden. Sie sollen in der mathematischen Frühförderung eine positive Einstellung dem Fach bzw. mathematischen Problemen gegenüber gewinnen.
Bildung findet im sozialen Kontext statt. Es handelt sich nicht mehr nur um einen primär individuumzentrierten, sondern vor allem um einen sozialen Prozess, in dem Fachkräfte, Kinder, Eltern und andere eine aktive, ko-konstruktive Rolle spielen. Diese Sichtweise auf die Bildung stellt das Kind als Mitgestalter seiner Entwicklung und seines Lernens dar (vgl. Fthenakis 2003). Die sozialkooperativen Formen weisen nach Wember (1996) vier Vorteile auf. Zum einen lernen Kinder die Sichtweisen zur Lösung eines Problems anderer Kinder kennen, die dann häufig im Laufe des Gespräches oder der Handlung koordiniert werden, zum anderen wird das Problem in der Sprache der Schüler bearbeitet. Zudem wird verhindert, dass die Gedanken des Lehrers passiv aufgenommen werden. Die Kinder haben so das Gefühl, dass sie in der Lage sind, alleine durch eigene Anstrengung Probleme zu bewältigen.

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