Das Konzept „Komm mit ins Zahlenland“ von Friedrich und Galgóczy (2004) ist speziell für Vorschulkinder, aber auch für die Grundschule und die Förderschule geeignet. In diesem Konzept werden personalisierte Zahlentiere oder Zahlenpuppen als didaktisches Mittel genutzt. Die Kinder lernen die „Wohnorte“ der Zahlen kennen, die in der Reihenfolge der Zahlwortreihe aufgebaut sind. In dem Zahlengarten der Zahlen, der ein n-Eck der jeweiligen Zahl abbildet, befindet sich immer die entsprechende Anzahl an Gegenständen. Zusätzlich werden „Zahlenmärchen“ erzählt und Lieder über die Zahlen gesungen. Das Lied der Zwei wird zum Beispiel mit zwei Tönen im 2/4-Takt gespielt, das Lied der Drei ist ein Walzer mit drei Tönen im ¾-Takt. Des Weiteren gibt es einen Zahlenweg, unterschiedliche Aktivitäten und Spiele, sowie eine „Matheecke“.
Das Konzept beruht auf einer angemessenen Grundlage und berücksichtigt psychologische Befunde. Es werden beispielsweise die Zahlaspekte in den Darstellungsformen beachtet (mathematikdidaktische Begründung), aber auch die Grundlagenforschung Piagets und neuere entwicklungspsychologische Erkenntnisse, sowie der Bereich der Neurodidaktik. Das Konzept wurde durch ein Experimental-Kontrollgruppen-Design mit insgesamt über 80 Kindergartenkindern evaluiert. In altershomogenen Gruppen zeigten sich hoch signifikante (p=0,1%) Verbesserungen der Experimentalgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. In heterogenen Gruppen verbesserten sich die geförderten Kinder ebenfalls hoch signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe, jedoch profitierten die älteren Kinder mehr von der Förderung (vgl. Friedrich 2007, Friedrich & Munz 2004, Friedrich & Galgóczy 2004).
Das Programm ist trotzdem kritisch zu betrachten. Es werden zum Teil Materialien und Aktivitäten durchgeführt, bei denen es fraglich bleibt, ob diese den Kindern einsichtig sind. Dazu gehörten zum Beispiel auch die Lieder, die im jeweiligen Takt der Zahl geschrieben worden sind. Auch die theoretische Begründung, warum es für die Kinder sinnvoll ist Lieder im jeweiligen Takt der Zahl zu hören, wurde nicht beschrieben. Es fehlt ebenfalls an innerer Struktur, die den Kindern einen Weg in die Welt der Zahlen zeigt und sie anleitet. Die Methode setzt hohe Selbstständigkeit der Kinder voraus, was natürlich auch von Vorteil sein kann.
Zu Gute zu halten ist die kindgerechte Gestaltung mit der Einbindung in Rahmenhandlungen und die Evaluation des Programms zur Überprüfung seiner Erfolge. Jedoch fehlt hier die Berechnung einer Effektstärke zur Klärung der Prägnanz der Effekte.
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